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Cepa. Zwiebel. Liliaceae.

Botanical name:

Photo 124. Küchenzwiebel. Photo 125. Küchenzwiebeln. Karte 087. Allium cepa. Name: Állium cépa L. (= A. esculentum Salisb., = Porrum cepa Rchb.). Zwiebel, Küchen-, Haus- oder Sommerzwiebel. Französisch: Oignon, ciboule; englisch: Onion; italienisch: Cipoila, Scigola, Scigoll; dänisch: Rödlög; norwegisch: Lök; polnisch: Cebula; russisch: Luk; schwedisch: Rödlök; tschechisch: Cibule kuchynška; ungarisch: Vöröshagyma.

Verbreitungsgebiet: Vermutliche Heimat der Küchenzwiebel das westliche Asien. In vielen Ländern kultiviert.

Namensursprung: Allium ist der Name des Knoblauchs bei den Römern, während cepa, der schon bei Plinius gebräuchliche Name, die Zwiebel bezeichnet. Die Etymologie des Wortes Allium ist unsicher. Eine Erklärung will es von halium = das, was stark riecht, ableiten. Das Wort Zwiebel leitet sich ab vom lateinischen caepula (Diminutiv von cepa), das sich bereits im Althochdeutschen als zwibollo, zwivolle findet. Wie aus dem mittelhochdeutschen zwibolle deutlich ersichtlich, ist der zweite Teil des Wortes an Bolle (eigentlich Knolle, Kugel), die deutsche Bezeichnung für die Zwiebel, angelehnt.

Volkstümliche Bezeichnungen: Bôlle (Aargau), Bölle, Bülle, Bülla. Das schriftdeutsche Zwiebel lautet im Niederdeutschen Zippel, Zipple (Ostpreußen), Sîpel (Westfalen), Zipolle (Braunschweig), in Thüringen Zibbel, im Bayrisch-österreichischen Zwîfel, Zwifl, in der Schweiz Zibele, Zible. Die Bezeichnungen Oje, Oeje (Ostfriesland), Oellig (Eifel) sind auf das lateinische unio (Zwiebel) zurückzuführen.

Botanisches: Die aus dem westlichen Asien stammende 60 bis 120 cm hohe ausdauernde Pflanze wurde in Italien zuerst angebaut. Die Zwiebel ist plattgedrückt oder länglich und mit rotgelben Häuten umschlossen. Ihr hohler, wie die Laubblätter blaugrauer Stengel trägt eine große Scheindolde mit grünlichweißen Blüten und mit oder auch ohne Brutzwiebeln. Blütezeit: Juni bis August. - Mit den Zwiebelschalen werden vielfach die Ostereier braun gefärbt.

Geschichtliches und Allgemeines:

Schon im Altertum waren verchiedene Zwiebelsorten bekannt. So unterscheidet Theophrast nach der Herkunft sardinische, knidische, samathrakische, setanische, spaltbare und askalonische Zwiebeln; die setanischen bezeichnet er als hübsch süß. Dioskurides empfiehlt die Zwiebel, die er χρομμ_ον (krommýon) nennt als appetitanregendes, reinigendes, erweichendes und menstruationsbeförderndes Mittel. Ferner sei der Saft gut gegen Augenleiden, Schwerhörigkeit und schlechten Haarwuchs.

Wie wichtig man die Zwiebel für die Verdauung hielt, beweist folgendes keilschriftlich erhaltenes Schriftwort: "Verzehre ich zur Jahreszeit des Windes (die auf die Zwiebelernte folgt) die Zwiebeln, so leide ich (erst) zur (darauffolgenden) Jahreszeit des Regens an Leibschmerz."

Die Zwiebel als Tränenquell wird öfters von Shakespeare erwähnt, so sagt Enobarbus zu Antonius in "Antonius und Kleopatra":

". . . Herr, was macht Ihr,
Daß Ihr sie so betrübt? Seht, wie sie weinen.
Ich alter Esel roch auch Zwiebeln."

Auch in der heutigen Volksmedizin findet die Zwiebel viel Verwendung. Der Saft der weißen Zwiebel mit Honig gilt in Bayern als gutes Hustenmittel. Auch wird sie häufig gegen Eingeweidewürmer gegessen.

Rote Zwiebeln geben die Slowaken dem Hornvieh und den Schafen am Christabend, damit sie vor dem Blutharnen im Sommer geschützt werden. Gegen Dysenterie ist ein Eidotter mit Kümmelsamen, frischer Butter und Zwiebelsaft vermischt ein beliebtes Mittel.

Wie der Knoblauch, so galt auch die Zwiebel als Mittel gegen Behexung.

Wirkung

Von Hippokrates (Fuchs, Hippokrates Sämtl. Werke, Bd. 2, S. 374, 525, Bd. 3, S. 341, 353, 460, 462, 492.) und Paracelsus (Paracelsus Sämtl. Werke, Bd. 1, S. 678, Bd. 3, S. 539, 570, 749, 857.), in neuerer Zeit von Osiander (Osiander, Volksarzneymittel, S. 18, 23, 178, 185, 192, 201, 301, 314, 324, 327, 359 u. f.) wird die Zwiebel häufig erwähnt.

v. Haller (v. Haller, Medicin. Lexicon, 1755, S. 355.) rühmt die Zwiebel als schweiß-, harn- und blähungstreibend, schleimlösend, Steine und Würmer austreibend und emmenagog, zu äußerlichem Gebrauch gegen Anurie und zum öffnen von Geschwüren.

Diese äußere Anwendungsart steht auch bei der heutigen deutschen Volksmedizin noch in hohem Ansehen, die zudem die Zwiebel als Hautreizmittel gebraucht (Schulz, Wirkg. u. Anwendg. d. dtsch. Arzneipfl., S. 71.). So benutzt man im Rheinland und vor allem in der Schweiz Säckchen mit frisch geschnittenen, erhitzten Zwiebelscheiben als Ableitungsmittel zu Auflagen z. B. bei Grippe im Nacken, bei Harnverhaltung auf die Blase mit angeblich ganz ausgezeichnetem Erfolge. Es ist dabei zu beachten, daß, wenn man eine solche Packung nachtsüber anordnet, die sich bildende Zwiebelflüssigkeit leicht das Bett beschmutzt.

In Rußland wird die Heilkraft der Zwiebel sehr geschätzt, so schreibt Demitsch (W. Demitsch, in Histor. Studien des pharm. Inst. d. Univ. Dorpat, 1889, Bd. I, S. 161.) darüber:

"Die Zwiebel ist eins der bestbeglaubigten russischen Volksmittel. Schon 1534 wurde der Großfürst Wassili Iwanowitsch, der an einem Geschwür in der Schenkelbeuge litt, unter anderem auch mit gebackenen Zwiebeln behandelt, welche auf das Geschwür gelegt wurden, um die Eiterung resp. den Aufbruch desselben zu beschleunigen (W. M. Richter, Geschichte der Medicin in Rußland. Moskau 1813-1817, I, S 37). - Ferner bedient man sich seit langer Zeit der gebackenen Zwiebeln bei dem Nagelgeschwür (Panaritium), sobald die Eiterung unvermeidlich wird (vgl. oben, S. 133). - S. Parpura (De remediorum domesticorum usu atque praestantia. Dissertat. Mosquae 1830, S. 13) zählt dieses Hausmittel zu den Anthelminticis: Allium Cepa recens non raro ascarides lumbricoides necat. - Krebel (Volksmedicin und Volksmittel verschiedener Völkerstämme Rußlands. Skizzen. Leipzig und Heidelberg 1858) führt es als äußerliches Volksmittel gegen Warzen an. - Hauptsächlich aber wird es noch in unseren Tagen roh oder gebacken, zu Kataplasmen auf Panaritien, Geschwüre und dergleichen benutzt. - Bei hysterischen Krämpfen, Skorbut und Eingeweidewürmern werden die Zwiebeln roh gegessen; gegen Flechten wendet man dieselben äußerlich an (W. Deriker, Zusammenstellung von Volksheilmitteln, die von Zauberern in Rußland gebraucht werden. St. Petersburg 1866, S. 39). - Im Gouvernement Kiew behandelt man die Hühneraugen äußerlich mit in Essig gekochten Zwiebeln. - Auch im Mohilewschen Gouvernement werden die gebackenen Zwiebeln mit Hanföl bei Husten gegessen und ebenfalls zu Fomentationen bei Husten verwendet (Tscholowski, Entwurf der Flora des Gouvernements Mohilew, in Dembowetzkis "Versuch einer Beschreibung des Gouvernements Mohilew". Mohilew 1882, S. 396-414). - In Kleinrußland bereitet man aus kleingeschnittenen Zwiebeln, indem man sie mit Hanföl kocht, eine Salbe, mit welcher man Kinder und Erwachsene bei Krämpfen einreibt. Die gebackenen Zwiebeln legt man auf harte Geschwüre (K. S. Gornitzki, Bemerkungen über einige wildwachsende und angebaute Pflanzen der Ukraine-Flora, die als Volksheilmittel im Gebrauche sind. Charkow 1887, S. 9)."

Nach einer mit von Dostál zur Verfügung gestellten Zusammenstellung wird die Zwiebel in der tschechischen Volksmedizin wie folgt verwendet:

Veleslavín (1): Die Zwiebel ist ein Aphrodisiakum, regt den Appetit an, wirkt harntreibend und heilt Blasenleiden. Gleichzeitig hilft sie auch gegen Engbrüstigkeit und Husten. Ein Zwiebelauszug wird gegen Spulwürmer der Kinder gebraucht. Der Zwiebelsaft regelt die Menstruation und heilt die Wassersucht. Die Zwiebel wird auch auf Geschwülste aufgelegt, stärkt das Gehör, Augen und den Kopf, beseitigt die Sommersprossen, unterstützt den Haarwuchs und heilt Tollwut- und Schlangenbisse.

Die gebratene Zwiebel wird auf Geschwüre aufgelegt (2, 3, 4). Hie und da verwendet man zu diesem Zwecke die Zwiebel halb gebraten (Poděbrady) (5) oder man bäckt sie mit Zucker (6). Die gekochte Zwiebel öffnet eitrige Geschwüre (7). Eitrige Schwielen behandelt man mit einem Brei aus gekochter Milch, einer zerriebenen Kartoffel, einem Stückchen Zwiebel und Kamillen, das Ganze wird mit Mehl verdickt (4). Mit Zwiebeln bestrichene Wunden werden schnell geheilt (8). In der Slowakei werden auf Wunden Zwiebeln, mit Honig und Essig verrieben, aufgelegt (9). Mit Zwiebeln werden auch die Glieder bei Krämpfen, mit Zwiebelsaft die Füße bei Gicht eingerieben (10). Wenn man Zahnweh hat, helfen Räucherungen mit Zwiebelschalen, Pfeffer und Kampfer (Mähr.-Slowakei) (3). Der Zwiebelsaft mit Honig ins Auge eingetropft, reinigt das Auge und beseitigt den Star (10). Auch als Haarwuchsmittel haben sich Zwiebeleinreibungen bewährt (9) (Slowakei). Die Zwiebel ist ein beliebtes Mittel gegen Husten, hauptsächlich der Kinder. Man verwendet zu diesem Zwecke mit Butter geröstete Zwiebeln mit Honig gemischt (6) oder in wenig Wasser gekochte, durchgeseihte und mit Zucker eingedickte (4).

Weiter wird zu diesem Zwecke die Zwiebel in heißer Asche gebraten, indem man die Mitte aushöhlt, mit Kandiszucker füllt und die Zwiebeln mit einem Hanffaden zusammenschnürt (11). Die gebratene oder gekochte Zwiebel vertreibt auch noch Heiserkeit und ist ein gutes Mittel bei Bienenstichen (Mähr.-Slow.) (3). - Mit Butter gebratene und mit Kandis gesüßte Zwiebeln sind ein Mittel gegen Lungenkrankheiten (12). Eine Zwiebelabkochung mit Zucker beseitigt die durch Blähungen entstandenen Schmerzen (4). Hie und da ißt man gegen Flatulenz die Zwiebel roh (13). Eine Verstopfung heilt ein versüßter, durchgeseihter Zwiebelsaft (4, 14).

Literatur: (1) Veleslavín 1596, 167 B; (2) Novotný, 1895, 100, 101; (3) Mor. Slov. II, III, 752, 759; (4) Vykoukal, Dom. lék. u lidu 39, 40, 56, 75, 76; (5) Sál. Lid. Léč. Pod. 171; (6) ččM. 1879, 200; (7) Kozel, Z prost. lék. v Ročové (čL XX. 58); (8) čMM. 1853, 480; (9) Stauček, Z lékárně slov. lúdu (čL. XXVIII. 323); (10) Zíbrt, Vavák (čL XVII, 371); (11) čMM. 1893, 143; (12) čížková, Lid. léč. (čL VII. 127); (13) Roubal, Rostl. v lid. na Klatov (čL XI. 436); (14) čermák (čL I. 608).

Kneipp (Seb. Kneipp, Das große Kneippbuch, S. 985, München 1935.) hält die Zwiebel für ein gutes Mittel zur Förderung der Verdauung, warnt aber davor, zuviel zu nehmen, weil nur Leute, die schweres schwarzes Brot essen, sie gut vertragen. Er empfiehlt die Zwiebeltinktur oder die in Milch gesottenen Zwiebeln als ein herrliches Mittel gegen Bauchgrimmen, Magendrücken, Unterleibsschmerzen und Spulwürmer. Zwiebel und Rosmarin in halb Wasser und halb Wein miteinander gesotten sollen den Urin noch stärker treiben als die Zwiebel allein und ein wirksames Mittel gegen Wassersucht sein. Einreibungen mit Zwiebelsaft vertreiben die Schmerzen, wirken zerteilend auf verhärtete Stellen. Eine Zwiebelabkochung sei gut für alle Arten von Ausschlag.

Nach Bohn (Bohn, Heilwerte heim. Pflanzen, S. 78.) wirkt Zwiebeltinktur beruhigend bei Schmerzen in den Nervenstümpfen nach Amputationen, ihr Saft löse Nierengrieß und -steinchen.

Laut Mitteilung von Augustin, Budapest, ist der alkoholische Auszug von Cepa bei der letzten Cholera-Epidemie im Volke mit bestem Erfolge angewendet worden.

Die Homöopathie (Schmidt, Lehrb. d. hom. Arzneimittell., S. 91.) macht von ihr bei starker Reizung der Schleimhäute, insbesondere der Respirationsorgane, wie z. B. Schnupfen mit ätzendem Sekret und bellendem, schmerzhaftem Kitzelhusten, Gebrauch.

Wie neuere Untersuchungen feststellten, verursacht Zwiebelsaft Hypoglykämie (Janot et Laurin, Acad. Sci. Paris 1930, Bd. 191, S. 1098.), wirkt diuretisch (Challamel. Bull. génér. de thérap. 1914, 15. Juli.) und antidiarrhoisch (Wilbrand, Münchn. med. Wschr. 1918, Nr. 52, S. 1473.).

Die Zwiebel weist einen sehr hohen Gehalt an Fluor, nämlich ½ mg pro kg Frischsubstanz, auf (Mayerhofer, Schneider u. Wasicky, Biochem. Ztschr. 1932, S. 251.). Nach Litzka (Litzka, Naunyn-Schmiedebergs Arch. f. exp. Path. u. Pharm., Bd. 183, H. 4/5, S. 436.) sind Fluor und Tyrosin als Antagonisten der Schilddrüseninkrete anzusprechen. Er erklärt die im Volk beliebte und z. T. erfolgreiche Anwendung der Zwiebel bei Basedow-Erkrankung durch ihren Gehalt an Fluor.

Der Zwiebelsaft hat keinen Einfluß auf die Wirksamkeit von Tetanus- und Diphtherietoxin. Versuche in vitro mit Staphylococcus aureus, Bacillus anthracis, B. proteus, B. coli, B. Eberth, B. Friedlaender, B. prodigiosus, B. subtilis und B. mesentericus zeigten eine wachstumshemmende Wirkung nur bei B. Friedlaender und B. anthracis (Moriondi, C. r. Soc. Biol. Paris, 106, 351-352, 1932.).

Die Zwiebeln enthalten wahrscheinlich Saccharose und reduz. Zucker, nach anderen Untersuchungen statt dessen einen nichtreduzierten Zucker. Außerdem werden als Inhaltsstoffe u. a. genannt: Quercetin, Zitronensäure, Inulin, Pectin, Pentose. Im Saft wurde Rhodanwasserstoffsäure und Allylrhodanid gefunden. Das Zwiebelöl enthält als Hauptbestandteil ein Disulfid und andere Sulfide, ferner Rhodanallyl und Rhodanwasserstoff (Wehmer, Pflanzenstoffe, S. 153.).

Die Wertbestimmung führt man zweckmäßig durch Bestimmung der Silberzahl aus. Es wurde eine Silberzahl von 0,04 in der nach dem HAB. hergestellten Tinktur gefunden. Stellt man die Tinktur aus der ganzen Zwiebel und nicht nur aus dem Preßsaft her, wie das HAB. vorschreibt, so erhält man eine Silberzahl von 0,069, also eine Wertverbesserung von mehr als 50% (Nach eigenen Untersuchungen; vgl. auch A. Kuhn u. G. Schäfer, Pharm. Ztg., 79, 1065, 1934.).

Verwendung in der Volksmedizin außerhalb des Deutschen Reiches (nach persönlichen Mitteilungen):

Dänemark: Als Diuretikum und Wurmmittel; äußerlich gegen Ohrensausen und -schmerzen und Hundebißwunden.

Polen: Die gebratenen Zwiebeln als Kataplasmen bei Geschwüren und Panaritien.

Steiermark: Als Hustenmittel.

Ungarn: Bei Diphtherie und Nierenschmerzen, als Diuretikum; äußerlich gegen Geschwüre und zur Förderung des Haarwuchses.

Anwendung in der Praxis auf Grund der Literatur und einer Rundfrage:

Da der Zwiebel u. a. expektorierende, diuretische, schweiß- und blähungstreibende und emmenagoge Eigenschaften zugeschrieben werden, ist ihr Anwendungsgebiet naturgemäß sehr groß.

Nach Pfleiderer, Ulm, wirken rohe Zwiebeln wie Äpfel gekaut ausgezeichnet bei Mandelentzündung und Diphtherie.

Von Gastropathien sind es besonders Meteorismus und Flatulenz, bei denen sich Cepa als hilfreich erweist. Hier hat sie sich sogar in Fällen, bei denen Lycopodium und Carbo vegetabilis versagten, bewährt. Recht häufig wird sie auch gegen Würmer, seltener bei Gicht und Rheuma, auch rheumatischen Ohrenschmerzen angewandt.

Zur Förderung der Diurese gebraucht man sie bei Cystopathien und Hydrops und als schmerzstillendes Mittel bei Neuralgien in den Amputationsstümpfen, und nach Mette, Berlin, bei Fersenschmerzen, die in den Fuß ausstrahlen.

Von den Homöopathen wird sie vorwiegend bei Erkältungskatarrhen der oberen Luftwege, die mit starker Schleimabsonderung verbunden sind, verordnet, also bei Rhinitis acuta mit scharfem Ausfluß und tränenden Augen, Tussis, Heiserkeit und Bronchitis der Kleinkinder.

Sehr beliebt ist auch die äußerliche Verwendung in Form von Einreibungen mit dem Saft oder als Auflagen der rohen Zwiebelscheiben bei Harnverhaltung auf die Blase, bei Grippe im Nacken, weiter lokal bei Panaritien, Wespenstichen, Geschwüren (insbesondere bei durch Reibung entstandenen Fersengeschwüren und skrofulösen eiternden Ulzera), rissiger schlecht heilender Haut (hier Zwiebel zu gleichen Teilen mit Essig), bei Clavus, Hornhaut und Haarausfall.

In Milch und Honig gekocht wird die Zwiebel zu Augenwaschungen bei Bindehautentzündung und Tränenfluß verwandt. Der Saft leistet auch bei Mundfäule und Ohrenfluß gute Dienste.

Angewandter Pflanzenteil:

Bereits seit dem Altertum sind immer die Zwiebelknollen in der Heilkunde gebraucht worden.

Rezepte:

Am einfachsten wird Cepa als Zusatz zu Speisen oder in Form des Saftes verwendet.

Bei Husten und Erkältung (nach Theismann):

Zwiebelscheiben mit Kandiszucker zu einem dicken Saft einkochen lassen. Zweistündlich 1 Eßlöffel voll nehmen.

Bei Haarausfall (nach Stoephasius):

Rp.:
Hb. Urticae Bulbi Cepae Sulfuris . . . aa 2
Spiritus vini . . . 70
Aqua dest. . . . ad 100
M.d.s.: Zum Einreiben der Kopfhaut, dazu innerlich Thallium D 12 (vielleicht besser D 8. Verf.)
Rezepturpreis etwa 1.84 RM.

Bei Blähungen und Wassersucht (nach Kneipp):

Gleiche Teile Zwiebel und Rosmarin in halb Wein und halb Wasser zu kochen.

Als Anthelmintikum (nach Kneipp):

Man schneidet eine Zwiebel, übergießt sie mit ¼ l Wasser und läßt sie über Nacht stehen.

Am anderen Morgen seiht man ab und trinkt das Wasser nüchtern 3-4 Tage lang.


Lehrbuch der Biologischen Heilmittel, 1938, was written by Dr. Med. Gerhard Madaus.



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