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Mancinella. Wahrer Mancinellenbaum. Euphorbiaceae.

Botanical name:

Name: Hippomané mancinélla L. Manzinella, Wahrer Manzinellenbaum. Französisch: Figuier vénéneux; englisch: Manchineel, manchioneal.

Weiteres Vorkommen: Brasilien

Namensursprung: Hippomane kommt von Hippomanes, einem schon von Theophrast für eine Wolfsmilchart gebrauchten Namen. _ππομαν_ς (hippomanes) = Rosse in Raserei versetzend.

Botanisches: Der echte Mancinellenbaum ist einheimisch in Westindien. Er ist ein stattlicher Baum mit eirunden, spitzen, feingesägten, dornlosen, kahlen, glänzenden Blättern, welche am Grunde abgerundet und daselbst oder am Ende des Blattstieles mit einer flachen, bräunlichen Drüse versehen sind. Blüten einhäusig, die männlichen in fast kugelförmigen Knäueln in aufrechten, lockeren, gipfelständigen Ähren, die weiblichen einzeln. Die männlichen Blüten haben ein kreiselförmiges, zweispaltiges Perigon und zwei Staubgefäße, die weiblichen ein dreiteiliges Perigon, Griffel kurz, dick mit strahliger Narbe, Steinfrucht mit holziger, vielfächriger Steinschale, Form und Größe eines kleinen Apfels, Samen eiförmig-dreikantig, silberweiß.

Geschichtliches und Allgemeines:

Der in Hippomane mancinella enthaltene scharfe Milchsaft wird von den Eingeborenen Westindiens als Pfeilgift verwendet. Die Ausdünstung des Saftes, z. B. beim Fällen der Bäume, soll schädliche Wirkungen, wie Schwellungen und Fieber ausüben können, So wurden in Guayana, auf Martinique und den Allerheiligeninseln Hautschädigungen und schwere Augenreizungen durch Regentropfen, die von Mancinellabäumen auf die Haut getropft waren, beobachtet. Wenn nur ein kleiner Tropfen des Saftes oder der Rauch eines brennenden Manzinellabaumes ins Auge gerät, so kann dies Erblinden zur Folge haben. So berichtet Seeman, daß in Veraguas einige Schiffszimmerleute, die mit dem Fällen der Bäume beschäftigt waren, auf einige Tage erblindeten, während er selbst nur durch das Sammeln einiger Blätter auch einen vorübergehenden Sehverlust erlitt. Auf den Antillen geht der allgemeine Glaube dahin, daß die Fische giftig werden, wenn sie die ins Wasser gefallenen Früchte mit ihren Samen fressen. Einige Tiere, wie Kühe, Pferde und gewisse Vögel fressen die Blätter ungestraft. Schneidet man die Rinde an, so fließt ein milchiger Saft aus, der nach einiger Zeit unter Braunfärbung erstarrt. Im frischen Zustande ist er ätzend, ein Tropfen macht in kurzer Zeit eine große, hohe Blase. Nach Pardo - Castello reagiert er sauer, ist leicht löslich in heißem Wasser und Alkohol. Er enthält keine Alkaloide. Die mit Salzsäure angesäuerte wäßrige Säure reduziert beim Erhitzen Fehlingsche Lösung. Die wäßrige Lösung entfärbt eine einprozentige alkalische Safraninlösung. Die giftige Substanz scheint in dem isolierten Glykosid zu bestehen.

Das sicherste Gegengift soll nach Kosteletzky Bignonia leucoxylon L, die Trompetenblume, sein, die meistens in der Nähe der Hippomane wächst.

Wirkung

Auf die Haut gebracht, erregt der Saft schwere Hauterkrankungen (Touton, Beitr. Biol. Pflanz. 1931, Bd. 19, S. 1.); es stellen sich heftiges Brennen, Entzündung und ein aus kleinen Bläschen bestehender Ausschlag mit nachfolgender Abschuppung der Oberhaut ein ((Vgl. 1).). Innerlich verursacht er Cystitis, Diurese, Diarrhöen, heftigen Vomitus und Eklampsie (Ther. Gaz. 1889, S. 243.). Schwere Magen- und Darmentzündungen, ferner Fieber, Lähmungen und Tod wurden auch nach Aufnahme der Früchte beobachtet. Die Feststellung, daß der Genuß von 24 Früchten noch keine tödliche Vergiftung verursachte, könnte dafür sprechen, daß die tödliche Dosis hoch liegt (Peyssonel, Journ. de Méd., T. VII, S. 412.). Es gibt Menschen, die hochgradig immun sind und wieder andere, die hoch empfindlich sind. Therapeutisch findet der Saft in seiner Heimat Verwendung gegen syphilitische Wucherungen, das Blatt gegen Paresen, Psoriasis, die Frucht wird als Diuretikum gebraucht (Dragendorff, Die Heilpfl. d. versch. Völker u. Zeiten, S. 385.).

Betancourt (Betancourt, London Medical Record 1889, Februar.) verwendete den Saft in starker Verdünnung mit Milch als Diuretikum, unverdünnt als Drastikum.

Die wichtigsten homöopathischen Indikationen für Mancinella sind Hautund Augenentzündungen, Scharlach, Diphtherie und vorübergehende Geistesstörungen (Clarke, A Dict. of Mat. Med., Bd. II, S. 396; Farrington, Klin. Arzneimittell., S. 78, 297; Heinigkes Handb. d. hom. Arzneiwirkungslehre, S. 407.).

Nach Pardo - Castello (Pardo-Castello, zit. nach Touton, Zentralblatt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Bd. XVII, H. 13/14, S. 765, 1925.) tötet ein Tropfen des Saftes in eine Wunde beim Kaninchen oder Meerschweinchen gebracht, das Tier in wenigen Minuten.

Die dem Baume zugeschriebenen giftigen Ausdünstungen sollen durch Trimethylamin-ähnliche Stoffe bedingt sein (Wehmer, Pflanzenstoffe II, 1931, S. 689.).

Anwendung in der Praxis auf Grund der Literatur und einer Rundfrage:

Mancinella wird, wie alle Euphorbiaceen, in der Homöopathie in sehr geringen Dosen gegen Hautkrankheiten und außerdem gegen vorübergehend auftretende Schizophrenie angewandt. So ist es indiziert bei Scharlach mit heftigem Bläschenausschlag, Erysipel, Pemphigus, Frühjahrserkrankungen der Haut, Drüsenschwellungen, Alopezie, Stomatitis, ferner bei Delirien, Depressionszuständenim Klimakterium und in der Pubertät, Chlorose mit verzögerter und verminderter Menstruation.

Angewandter Pflanzenteil:

Während Dragendorff nur die Wirkung des Milchsaftes und der Blätter anführt, läßt Clarke die Tinktur aus Blättern, Blüten und Früchten herstellen. Das HAB. empfiehlt gleiche Teile von frischen Blättern, Rinde und Früchten.

Dosierung:

Übliche Dosis in der Homöopathie:

dil. D 3-4, dreimal täglich 10 Tropfen.

Maximaldosis:

Nicht festgesetzt, doch können größere Gaben gefährliche Nebenerscheinungen, wie Sehstörungen usw., hervorrufen.

Lehrbuch der Biologischen Heilmittel, 1938, was written by Dr. Med. Gerhard Madaus.



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