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Lilium tigrinum. Tigerlilie. Liliaceae.

Botanical name:

Name: Lilium tigrinum Ker-Gawler. Tigerlilie. Englisch: Tiger-lily, spotted lily.

Namensursprung: Lilium vom griechischen λε_ριον (leirion), λε_ρος (leiros) = zart, dünn; tigrinus von τ_γρις (tigris) = Tiger, also getigert in bezug auf die gefleckten Blüten.

Botanisches: Das ausdauernde Zwiebelgewächs ist in China und Japan beheimatet. An dem einfachen Stengel sitzen zerstreut angeordnet lineal-lanzettliche Blätter. Ihre Blüten stehen in lockerer endständiger Traube. Die leuchtend scharlachroten oder goldgelben Kronenblätter mit schwarz-purpurroten Flecken sind zurückgerollt und lassen den am oberen Ende keulenförmigen Griffel und die fadenförmigen Staubfäden frei herausragen. Trotz größter Blütenpracht und guter Ausbildung der Geschlechtsorgane vermehrt sich Lilium tigrinum zum größten Teil auf ungeschlechtlichem Wege durch Brutzwiebeln, die in den Blattachseln ausgebildet werden. Blütezeit: Juli bis August.

Geschichtliches und Allgemeines:

Lilium tigrinum ist ein altes chinesisches und japanisches Heilmittel, das in die amerikanische Homöopathie zuerst durch Payne (1867) eingeführt wurde.

Wirkung

Eine Verwandte der Tigerlilie, die Türkenbundlilie (Lilium martagon), wird schon in den mittelalterlichen Kräuterbüchern des Bock und Matthiolus erwähnt, während die Tigerlilie ihnen unbekannt geblieben zu sein scheint.

An Ratten angestellte Versuche ergaben die antiöstrogene Wirkung der frischen Brutknospen, die die Brunstperiode von vier bis fünf auf sechs bis sieben Tage verzögerten (Madaus Jahrbuch 1933, S. 16.). Dagegen zeigten sich Auszüge aus den Brutknospen wirkungslos.

Unter dem Namen Po-he fand Lilium tigrinum in der chinesischen Medizin (Tsutomu Ishidoya, Chinesische Drogen, Teil II, S. 71.) zuerst in "Shen-nung-pents'ao-king" (d. h. Klassische Arbeit über die Arzneistoffe der Kaiserperiode Shen-nung) Erwähnung. Die Droge galt als Husten- und Lungenheilmittel.

In der homöopathischen Schule (Hughes-Donner, Einf. in die hom. Arzneimittell., S. 157; Schmidt, Lehrb. d. hom. Arzneimittell., S. 195; Stauffer, Klin. hom. Arzneimittell., S. 621; Heinigke, Handb. d. hom. Arzneiwirkungsl., S. 380.) wird Lilium tigrinum hauptsächlich als Frauenmittel geschätzt. Nach Stauffer (Stauffer, vgl. 3.) hat "es große Ähnlichkeit mit Sepia. Fast alle Beschwerden gehen reflektorisch vom Unterleib aus: Hinfälligkeit, Schwäche, Müdigkeit, Zerschlagenheit, Zitterigkeit, Frostigkeit oder Hitze; ferner die nervöse Überreiztheit oder verzweifelte Weinerlichkeit. Die Unterleibssymptome sind akuter als bei Sepia und heftiger, auch prävalieren die Herzsymptome, die manchmal im Vordergrunde stehen und die Uterinstörungen verschleiern. Die Harn- und Darmsymptome sind ausgesprochener als bei Sepia." Verordnet wird das Mittel bei mangelhafter Rückbildung des Uterus nach Entbindung, Lageveränderungen, Endometritis, Entzündung der Ovarien, gelblichem, ätzendem, übelriechendem Fluor, Uteruskoliken und -blutungen, ferner nervösen und entzündlichen Affektionen des Herzens, Herzklopfen mit Migräne und Morgendurchfällen mit Mastdarmschmerz und Harndrang.

Brown (Brown, Monthly Homoeopathie Review, August 1877.) empfahl es bei Gemütsstörungen, die im Zusammenhang mit Uterusleiden stehen, besonders während der Schwangerschaft, des Wochenbettes und des Klimakteriums.

Inhaltsstoffe sind bisher nur aus dem Blütenstaub bekannt.

Anwendung in der Praxis auf Grund der Literatur und einer Rundfrage:

Man gibt Lilium tigrinum mit angeblich gutem Erfolge bei "Lageveränderungen des Uterus" (Kleine, Wuppertal, zieht bei Prolapsus uteri Aletris vor), Leukorrhöe, Kreuzschmerzen, Ovariitis, Endometritis, Dysmenorrhöe, Meno- und Metrorrhagien (bei zu starker und häufiger Menses empfiehlt Runck, Ludwigshafen, auf die Dauer von 8-10 Wochen dreimal täglich 1 Tablette zu nehmen) und Klimakteriumsbeschwerden.

Als gutes Mittel zur Förderung der Wehen wurde es von Rüdrich mehrfach erprobt. Er verwandte u. a. auch das Wurzelwasser. Unter Berücksichtigung der umkehrenden Wirkung, je nach der Dosis, wird es bei erhöhtem Geschlechtstrieb als auch bei Geschlechtskälte gegeben.

Weiter wird Lilium tigrinum verordnet bei Herzaffektionen, besonders wenn diese im Zusammenhang mit Uterusleiden stehen, wie Palpitatio cordis, Herzneurosen, bei Angina pectoris, Kongestionen mit Kopfschmerzen, Migräne, Sehstörungen, Dyspnoe, Asthma, Schwäche und Reizbarkeit. Recht häufig ist Lilium tigrinum bei Harnzwang (fast alle 10 Minuten) genannt und wird auch gegen Hämorrhoiden, Leberschwellung, speziell bei Frauen mittleren Alters, Diarrhöen und nach William, Danzig, bei Gicht (hier im Wechsel mit Colchicum) angewandt.

Das bevorzugte Wechselmittel ist Sepia.

Angewandter Pflanzenteil:

Das HAB. läßt die homöopathische Urtinktur aus der frischen, blühenden Pflanze ohne Wurzel herstellen. Das "Teep" wird aus der frischen, blühenden Pflanze mit Wurzel hergestellt

Dosierung:

Übliche Dosis:1 Tablette der Frischpflanzenverreibung "Teep" dreimal täglich.

(Die "Teep"-Zubereitung ist auf 10% Pflanzensubstanz eingestellt, d. h. 1 Tablette enthält 0,025 g Lil. tigr.)

In der Homöopathie:dil. D 1-3.

Maximaldosis:Nicht festgesetzt.


Lehrbuch der Biologischen Heilmittel, 1938, was written by Dr. Med. Gerhard Madaus.



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