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Myrica cerifera. Wachsgagel. Myricaceae.

Botanical name:

Name: Mýrica ceriféra L. Wachs-Gagel, Wachs-Myrte. Französisch: Arbre à suif; englisch: Wax myrtle, candle berry; dänisch: Pors; tschechisch: Voskovník obecný.

Namensursprung: Myrica wird vom griechischen μνρ_χη (myrike), bei den Griechen Bezeichnung für die afrikanische Tamariske abgeleitet und ist wohl des aromatischen Geschmackes wegen auf unsere Gattung übertragen worden; cerifera vom lateinischen cera = Wachs, cerifera = wachstragend.

Botanisches: Myrica cerifera ist im Atlantischen Amerika heimisch. Die Wachsgagel ist nahe verwandt mit dem in den norddeutschen Heidegebieten vorkommenden Gagelstrauch (Myrica gale), den Löns in seinen Heideschilderungen als Post bezeichnet. Der Strauch hat verkehrt-eiförmige Blätter mit ein bis zwei kleinen Zähnchen zu beiden Seiten unter der Spitze, die aber auch ganzrandig sein können. Die Blüten sind zweihäusig, die Kätzchen sitzen achselständig oder stehen seitlich auf den nackten Ästen. Die männlichen Kätzchen sind länglich-walzlich, die weiblichen oval. Die kugeligen Früchte von der Größe einer mittleren Erbse sind schwarz, erscheinen aber durch einen körnigen Wachsüberzug weißlich. Die Pflanze ist auf sumpfigen, moorigen Stellen anzutreffen, sie blüht im Mai. Bei uns wird die Wachsgagel als Zierstrauch angebaut.

Geschichtliches und Allgemeines:

Die Pflanze scheidet aus dem Exokarp ihrer Früchte nicht unbeträchtliche Mengen von Wachs aus, das technisch verwendbar ist. Man sammelt dieses Wachs in Nordamerika und Mexiko, indem man die Früchte mit Wasser erhitzt. Als Cera vegetabilis ist es in Portugal offizinell. Die stark aromatischen Blätter vertreiben die Motten und ein Absud davon tötel das Ungeziefer, wie ja auch die heimische Gagel und der Sumpfporst (Ledum palustre) wegen ihres starken Duftes zur Vertreibung lästiger Insekten ver wendet werden.

Wirkung

In der amerikanischen Volksmedizin (Schmidt, Hom. Arzneimittell., S. 220.) als Mittel gegen Leberleiden bekannt, wurde Myrica cerifera auch von Burnett (Zit. b. Clarke, A. Dict. of Mat. Med., Bd. II, S. 515.) mit ausgezeichnetem Erfolge bei schweren Leberstörungen in Verbindung mit Ikterus angewandt.

Außer gegen Hepatopathien ist das Mittel nach Heinigke (Heinigke, Handb. d. hom. Arzneiwirkungslehre, S. 442.) von entschiedenem Nutzen bei alten Katarrhen verschiedener Art, so z. B. bei chronischer Pharyngitis, Stomatitis, Enteritis, Bronchorrhöe und Leukorrhöe. Schmidt (Schmidt, Lehrb. d. hom. Arzneimittell., S. 220.) nennt außerdem dumpfen Kopfschmerz, besonders früh in den Schläfen und im Vorderkopf.

Die Blätter enthalten 0,015-0,21% ätherisches Öl. Die Früchte liefern das Myristicawachs, das zum größten Teil aus Palmitin sowie aus Myristin und Laurin besteht (Wehmer, Die Pflanzenstoffe, S. 207.).

Anwendung in der Praxis auf Grund der Literatur und einer Rundfrage:

Zu verordnen bei Hepatopathien und Ikterus, ferner bei Gallenleiden, Grieß- und Steinleiden, Dyspepsie und Schleimhautfiebern.

Als Wechselmittel werden Carduus marianus, Chelidonium und Lycopodium empfohlen.

Angewandter Pflanzenteil:

Die frische Wurzelrinde wird genannt von: Allen, Clarke, American Homoeopathic Pharmacopoeia, Heinigke, Schmidt, Stauffer. Hager erwähnt Wurzeln und Rinde. Das HAB. nennt gleichfalls die frische Wurzelrinde (§ 3). Dieses Ausgangsmaterial wird auch zur Bereitung des "Teep" verwendet.

Dosierung:

Übliche Dosis:
1 Tablette der Frischpflanzenverreibung "Teep" dreimal täglich.
(Die "Teep"-Zubereitung ist auf 10% Pflanzensubstanz eingestellt, d. h. 1 Tablette enthält 0,025 g Cort. rad. Myricae ceriferae.)

In der Homöopathie:

dil. D 1-2.

Maximaldosis:

Nicht festgesetzt.

Rezepte:

Bei Verdauungsschwäche Pulvis Myristicae compositus (Nat. Form.):

Rp.:
Cortic. rad. Myricae cerif. pulv. . . . 60
Rhiz. Zingiber. . . . 30
Fruct. Capsici . . . 5
Caryophyllor. . . . 5
M.f. pulv.
D.s.: Dreimal täglich 1 Messerspitze voll in die Speisen mischen.
Rezepturpreis ad scat. etwa 1.74 RM.

Lehrbuch der Biologischen Heilmittel, 1938, was written by Dr. Med. Gerhard Madaus.



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