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Tamarix. Deutscher Birzstrauch, Deutsche Tamariske. Tamariscaceae.

Botanical name:

Name: Myricaria germanica (L.) Desv. (= Tamarix germanica L., = Tamariscus germanicus Scop.). Deutscher Birzstrauch, Deutscher Rispelstrauch, Deutsche Tamariske, Porsthirz. Französisch: Bruyère, myricaire, tamarin; englisch: Tamarisk; italienisch: Myricaria; dänisch: Tamarisk; tschechisch: Tamaryšek německý, židovník německý; ungarisch: Tamariska.

Weiteres Vorkommen: Persien, Korossan, Afghanistan

Namensursprung: Die Ableitung des schon von Plinius, Celsus u. a. gebrauchten Namens Tamarix ist unsicher, vielleicht ist er nach Tamaris, einem spanischen Flusse in den Pyrenäen, gebildet worden.

Volkstümliche Bezeichnungen: Volkstümliche Verdrehungen aus Tamarix sind Damischkerl (Oberösterreich), Mariske(l) (Schweiz). Die Blätter gleichen einigermaßen denen des Sevenbaumes, daher (wilder) Sefi (Graubünden).

Botanisches: Die 60-200 cm hohe strauchartige Myricaria germanica mit aufrechten rutenartigen Ästen ist eine typische Charakterpflanze der europäisch-westasiatischen Gebirge. Die einjährigen Zweige sind rundlich und gelbgrün bis rotbraun. Die graugrünen, drüsig punktierten Laubblätter stehen dachziegelartig übereinander, werden 2-5 mm lang. Ihre hellrosa oder weißen Blüten mit purpurroten Staubbeuteln sind an den Hauptästen zu endständigen Trauben vereinigt. T. germanica wächst auf Kalk und Urgestein. Am häufigsten ist sie jedoch auf offenen Kiesbänken der Flußufer anzutreffen, die zeitweise vom Hochwasser überschwemmt, zeitweise aber ausgetrocknet sind. Hier tritt sie herdenweise auf und beherrscht vollständig die nach ihr benannte Wanderassoziation des Flußkieses (Myricaristicum). Blütezeit: Juni bis August.

Geschichtliches und Allgemeines:

Der Gebrauch von verschiedenen Tamariskenarten gegen Milzkrankheiten geht schon bis in das Altertum zurück. Hauptsächlich wurde wohl die französische Tamariske, die im südlichen Europa sehr häufig ist, benutzt, aber auch die Tamarix orientalis war den Alten bekannt. Verwendet wurden fast alle Teile des Baumes. Galenus empfahl besonders ein Dekokt der Wurzel oder der Blätter mit Essig und Wein zubereitet. Nach Plinius war der frisch ausgepreßte Saft am wirksamsten. Sogar Becher und Teller wurden aus Tamariskenholz für Milzkranke angefertigt. Dioskurides erwähnt außer der Verwendung gegen Milzkrankheiten noch die der Wurzelabkochung als Mundwasser gegen Zahnschmerzen und als Sitzbad gegen Fluor albus. In den mittelalterlichen Kräuterbüchern werden in ähnlicher Weise Rinde und Blätter des Tamariskenstrauches empfohlen.

Wirkung

Die Tamariskenblätter finden schon bei Hippokrates (Fuchs, Hippokrates Sämtl. Werke, Bd. 3, S. 465, 577.) Anwendung gegen Fluor albus, die Samen gegen Unfruchtbarkeit.

Bock (Bock, Kreutterbuch, 1565, S. 351.) lobt Holz, Wurzel, Blätter und Saft von "Birtzenbertz" sehr zur "eröffnung" von Lunge, Leber, Milz, Nieren und Blase, gegen Blutspeien, Spinnenstiche und übermäßige Menstruation, Milz- und Gelbsucht, "in sonderheyt was vom verstopfften miltz für Krankheyten kommen". Äußerlich soll Tamariske bei Weißfluß, Geschwüren, Brandwunden und Zahnweh dienlich sein.

Matthiolus (Matthiolus, New-Kreuterbuch, 1626, S. 42.) ist der gleichen Ansicht.

Nach v. Haller (v. Haller, Medicin. Lexicon, 1755, S. 901.) rühmt man die Wurzelrinde "wider den weißen Fluß, wider die Gelbsucht, Melancholie, Krätze und vorzüglich wider alle Milzzustände".

In neuerer Zeit ist die Heilkraft des Strauches völlig in Vergessenheit geraten. Es wäre daher zu wünschen, daß sein Chemismus untersucht, wie auch die klinische Verwertbarkeit nachgeprüft würden.

Bei Untersuchungen über Toxingehalt wurden in Tamarix geringe Mengen von ausfällbarem Eiweiß von mittlerer Giftigkeit gefunden (Nach eigenen Untersuchungen.).

Die nach Dragendorff (Dragendorff, Die Heilpflanzen d. versch. Völker u. Zeiten, 1898, S. 445.) ähnlich wirkende Tamarix gallica enthält u. a. Quercetinmethyläther sowie einen aus Ellagsäure und Gallussäure bestehenden Gerbstoff (Perkin, J. Chem. Soc., 73, 274, 1898; Perkin and Wood, Proc. Chem. Soc. 1897/98, Nr. 193, S. 104.).

Angewandter Pflanzenteil:

Hippokrates erwähnt die Samen und die Blätter.

Nach Bock wurden Holz, Wurzel und Blätter von Tamarix benutzt. Matthiolus führt die Verwendung von Frucht, Rinde und Wurzel an. v. Haller sagt: "Am meisten wird die Rinde verwendet."

Nach Geiger war als Cortex Tamarisci die Rinde von Myricaria germanica offizinell.

Das HAB. läßt die frische Rinde zur Gewinnung der Essenz verwenden (§ 3).

Auch zur Bereitung des "Teep" wird die frische Rinde von Myricaria germanica seu Tamarix germanica verwendet. Erntezeit: April.

Dosierung:

Übliche Dosis:
1 Tablette der Frischpflanzenverreibung "Teep" dreimal täglich.
(Die "Teep"-Zubereitung ist auf 50% Pflanzensubstanz eingestellt, d. h. 1 Tablette enthält 0,125 g Cort. Tamaricis.)

In der Homöopathie:

Ø-dil. D 1, dreimal täglich 10 Tropfen.

Maximaldosis:

Nicht festgesetzt.

Lehrbuch der Biologischen Heilmittel, 1938, was written by Dr. Med. Gerhard Madaus.



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