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Silphium laciniatum. Kompaßpflanze. Compositae.

Botanical name:

Name: Silphium laciniátum L. (= S. spicatum Poir., = S. gummiferum Ell). Kompaßpflanze, Schlitzblättrige Silphie. Englisch: Compass plant, pilot weed, polar plant, turpentine weed; dänisch: Kompasplante; schwedisch: Dyvelsträck; tschechisch: Smoloron dřípatý.

Verbreitungsgebiet: In Mitteleuropa stellenweise eingebürgert.

Namensursprung: Der Name Silphion bezeichnete bei den alten Griechen eine interessante Gemüseund Heilpflanze und wurde von Linné auf unsere Gattung übertragen; laciniatum = zerschlitzt, zipfelig vom lateinischen lacinia = Borte, Franse, Zipfel. Die Bezeichnung Kompaßpflanze bezieht sich auf die Nord-Südstellung der Blätter.

Botanisches: Die 1-4 m hohe Staude mit weithin leuchtenden, gelben Blütenköpfen ist in den großen Prärien Nordamerikas beheimatet. Ihre wechselständigen, einfach oder doppelt gefiederten Blätter stehen mit der Kante nach oben und unten und sind zudem so orientiert, daß sie nach Süden und Norden weisen. Durch diese Stellung werden die Blätter am kühlen Morgen und Abend von den Sonnenstrahlen voll getroffen, ohne dabei allzu stark durchwärmt und zur Transpiration angeregt zu werden, während sie vor der allzu starken Mittagssonne geschützt sind. Blütezeit: August.

Geschichtliches und Allgemeines:

In den riesigen, einsamen Prärien Nordamerikas dient die Pflanze den Jägern, die an ihr die Himmelsrichtung bei trübem Wetter feststellen können, schon lange zur Orientierung. Die Nord-Südstellung der Blätter wurde erst 1842 durch den General Alvord festgestellt. Der einheimische Stachel-Lattich (Lactuca scariola) zeigt dieselbe Erscheinung.

Wirkung

In ihrer Heimat wird die Pflanze bei Katarrh und Asthma angewandt (Moris, Ph. J. a. Tr. 1881, S. 359, 592.).

Hale (Hale, zit. b. Clarke, A Dict. of pr. Mat. Med., S. 1190.) prüfte sie für die homöopathische Schule und fand sie bei Asthma und chronischem Bronchialkatarrh brauchbar.

Nach Heinigke (Heinigke, Handb. d. Arzneiwirkungsl., S. 597.) ist sie auch bei Blasenkatarrh zu berücksichtigen. Die Pflanze enthält Inulin (H. Fischer, Beitr. Biolog. d. Pflanzen, 8, 93, 1898.).

Anwendung in der Praxis auf Grund der Literatur und einer Rundfrage:

Silphium laciniatum wirkt bei Schleimhauterkrankungen der Respirationsund Harnorgane. Es wird verordnet bei chronischer Bronchitis, Asthma und Cystitis. Auch gegen Grippe und Dysenterie wird es gelegentlich gegeben.

Angewandter Pflanzenteil:

Nach Clarke und dem HAB. (§ 3) ist zur Bereitung der Essenz das frische blühende Kraut zu verwenden. Auch zur Gewinnung des "Teep" wird dieses benutzt.

Erntezeit: Juli bis August.

Dosierung:

Übliche Dosis:
1 Tablette der Frischpflanzenverreibung "Teep" dreimal täglich.
(Die "Teep"-Zubereitung ist auf 10% Pflanzensubstanz eingestellt, d. h. 1 Tablette enthält 0,025 g Hb. Silphii laciniati.)

In der Homöopathie:

dil. D 1, dreimal täglich 10 Tropfen.

Maximaldosis:

Nicht festgesetzt.

Lehrbuch der Biologischen Heilmittel, 1938, was written by Dr. Med. Gerhard Madaus.



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